Entscheidungsbefugnis über Veröffentlichung von Kinderfotos in sozialen Netzwerken

  • Entscheidungsbefugnis über Veröffentlichung von Kinderfotos in sozialen Netzwerken




    Trotz vielfacher Missbrauchsmöglichkeiten und eindringlicher Warnungen von den Sicherheitsbehörden schrecken viele Eltern nicht davor zurück, Fotos ihrer minderjährigen Kinder in den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Sind sich gemeinsam sorgeberechtigte Eltern hierüber uneins, stellt sich die Frage, wer insoweit die Entscheidungsbefugnis hat.

    Nach § 1628 Satz 1 BGB kann das Familiengericht, wenn sich die gemeinsam sorgeberechtigten Eltern in einer einzelnen Angelegenheit oder in einer bestimmten Art von Angelegenheiten, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung ist, nicht einigen können, auf Antrag eines Elternteils die Entscheidung einem Elternteil übertragen.

    Einen solchen Fall nahm das Amtsgericht Stolzenau bei der Frage an, ob Fotos der gemeinsamen 10-jährigen Tochter in sozialen Netzwerken durch einen Elternteil veröffentlicht werden dürfen. Da es sich für das betroffene Kind hier um eine Angelegenheit von erheblicher Bedeutung handelte, wies das Familiengericht die Alleinentscheidungsbefugnis der Mutter des Mädchens zu, die sich – aus gutem Grunde – gegen die Veröffentlichung der Bilder ausgesprochen hatte.

    Beschluss des AG Stolzenau vom 28.03.2017

    5 F 11/17 SO

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